Work-Life-Integration @ EY – als Mama erfolgreich

Eigentlich hatte Verena nicht geplant, als IT-Beraterin zu arbeiten. Doch als sie den Bereich bei einem Career Workshop kennengelernt hatte, war ihr Interesse geweckt. Mittlerweile ist sie nicht nur Mutter, sondern auch Senior Managerin im Technology Consulting bei EY. Zusätzlich treibt sie sowohl intern als auch bei ihren Kunden den Einsatz von SAP-Lösungen voran und kümmert sich um die Aus- und Weiterbildung in ihrem Bereich. In diesem Interview berichtet sie von ihren wichtigsten Stationen, größten Herausforderungen und spannenden Entscheidungen.

Hallo Verena, was ist für dich das Besondere an deinem Job?

Dass jeder Tag und jeder Kunde anders ist. Dass der Job auch nach 15 Jahren nie langweilig wird. Und dass ich Vorgesetzte habe, die mich fördern, fordern und großes Verständnis für meine Situation als Teilzeitmama haben – schon vor COVID-19, aber seit Beginn der Pandemie erst recht. Ich hatte mir das vor meiner Rückkehr zu EY deutlich komplizierter vorgestellt. Außerdem finde ich super, dass ich zwei Mitarbeitende als Mentorin auf ihrem Karriereweg begleiten darf. Das ist für mich eine große Ehre.

Welche Voraussetzungen und Skills sollte man mitbringen, um als Beraterin im Technology Consulting bei EY durchzustarten?

Offenheit für Neues, Kundenorientierung und vor allem Zielstrebigkeit – in dem Sinne, dass man auch mal etwas einfordern muss. Denn nicht jeder Karriereschritt und auch nicht jedes Kundenprojekt kommt von selbst. Wenn zum Beispiel ein Kunde eine Anforderung stellt, die aus meiner Sicht wenig Sinn ergibt, finde ich es wichtig, alternative Lösungen aufzuzeigen. Das bedeutet für mich, den Kunden in den Mittelpunkt zu stellen und für ihn das bestmögliche Ergebnis zu erzielen. Sonst wäre ich keine gute Beraterin.

Was waren deine wichtigsten Stationen und Learnings, persönlich wie beruflich?

Persönlich sicherlich die Geburt meiner Kinder. Als Mama lernt man, viel Geduld zu haben. Das schadet auch bei dem ein oder anderen Kunden nicht.

Spannend war auch die Auszeit in Schweden nach der Geburt meines ersten Kindes. Der Schritt, auszuwandern und EY erstmal den Rücken zu kehren, war sicher mutig, hat mich aber in vielerlei Hinsicht geprägt und weitergebracht. Dort habe ich beruflich mal etwas ganz anderes gemacht und als Lehrerin für Deutsch, Englisch und Spanisch an einer Gesamtschule gearbeitet. Rund 30 Teenager – unter anderem auch Flüchtlingskinder – zu unterrichten und weiterzubringen, war eine große Herausforderung.

Kombinieren konnte ich meine privaten und beruflichen Learnings, als ich in unserer damaligen Firmenband singen durfte. Mit meinen früheren Kolleginnen und Kollegen hatte ich sechs Jahre lang immer wieder Auftritte. Lampenfieber, zum Beispiel vor Sales Pitches, kann ich aufgrund dieser Erfahrung nun besser wegstecken.

Welche Herausforderungen gab es in deiner beruflichen Laufbahn und wie hast du sie bewältigt? 

Herausfordernd war und ist es für mich, als Mama zu arbeiten und den Spagat zwischen Familie und Arbeit zu bewältigen – besonders unter Lockdown-Bedingungen. Man hat das Gefühl, weder der Arbeit noch der Familie richtig gerecht zu werden. Da musste ich manchmal einen Schritt zurücktreten, durchatmen und mir eingestehen, dass es den Umständen entsprechend schon ganz gut läuft, auch wenn ich manchmal auf dem Zahnfleisch gehe.

Woran liegt es deiner Meinung nach, dass immer noch weniger Frauen als Männer eine Karriere im Digital-Bereich anstreben?

Das kann ich nicht verstehen. Ich arbeite wahnsinnig gerne an diesen Themen, denn das gibt mir das Gefühl, am Puls der Zeit zu sein und die Zukunft meiner Kunden mitgestalten zu können. Vielleicht haben manche Frauen vor allem am Anfang ihrer Karriere großen Respekt davor, in einer angeblichen Männerdomäne zu arbeiten. Ich kann es aber nur empfehlen und habe das nie als Nachteil empfunden. Ganz im Gegenteil, es macht großen Spaß!

Welchen Tipp würdest du deinem jüngeren Ich rückblickend mit auf den Weg geben?
Früher zu lernen, auch mal „Nein“ zu sagen, wenn es zu viel wird. Außerdem würde ich ihm raten, offener mit Veränderungen umzugehen und sich nicht über so viele Dinge den Kopf zu zerbrechen. Das schwedische Motto „Det löser sig“ – „Es findet sich immer eine Lösung“ – versuche ich zu leben, beruflich wie privat.

Habt ihr auch große Karrierepläne? Wir wollen euch helfen, sie in die Tat umzusetzen – mit individueller Weiterbildung, wertvollen Erfahrungen und den neuesten Technologien.