Frauen in die IT

Technik und IT galten lange als absolut männlich dominierte Bereiche. Langsam zeichnet sich ein Wandel ab. Wie ist es als Frau, eine IT-Karriere zu machen? Senior Consultant Ronja möchte weibliche Talente ermutigen, die Chancen im IT-Umfeld für sich zu entdecken: Sie hat BWL mit Schwerpunkt Wirtschaftsinformatik studiert und ist im Bereich Business Consulting bei EY tätig.

Hallo Ronja, was machst du bei EY und wie funktioniert die Arbeit im Team?

Als Senior Consultant plane und leite ich zusammen mit unserem Management unterschiedlichste Projekte rund um IT und komplexe Geschäftsprozesse. Dabei verantworte ich auch die Ausbildung der Consultants im Team. Ich bin das Bindeglied zwischen den sehr erfahrenen und den weniger erfahrenen Mitarbeitenden. Wir sind als Team wirklich gut eingespielt. Jeder kennt die Stärken des anderen und wir können uns aufeinander verlassen.

Verbindet dich eine persönliche Leidenschaft mit deiner Tätigkeit?

Mich interessiert das Thema an sich ungemein: Ich mag die Verbindung aus IT und Wirtschaftsprozessen und dass man sich bei jedem Unternehmen aufs Neue in die unterschiedlichsten Prozesse hineindenken muss. Es wird nie langweilig und man lernt immer wieder dazu und wird gefordert.

Zudem bietet mir EY auch die Möglichkeit, mich in anderen Bereichen zu engagieren. Zum Beispiel im Recruiting, wo ich vor allem Studentinnen für eine IT-Karriere begeistern kann.

Warum braucht es mehr Frauen in der IT?

Zurzeit wird die IT zum Großteil von Männern entwickelt, weshalb sie vor allem diesen Teil der Bevölkerung repräsentiert. Das soll kein Vorwurf sein, sondern ein Weckruf, denn kaum etwas bestimmt unser Leben so sehr wie IT. Wird die Einbindung von Frauen in die IT-Entwicklung vernachlässigt, kann das gravierende Folgen haben. Umso stärker die IT unser Leben beeinflusst, umso wichtiger ist es, Frauen dafür zu begeistern.

Aber auch für das Arbeitsumfeld selbst kann ein größerer Frauenanteil vorteilhaft sein und zu einem besseren Arbeitsklima und zu einer offeneren Feedbackkultur beitragen.

Wo liegen die Herausforderungen als Frau in der IT?

Wenn man als einzige Frau mit zehn Männern in einem Call ist oder Mails mit „Sehr geehrte Frau …, sehr geehrte Herren“ anfangen, kann das IT-Mitarbeiterinnen verunsichern. Auch bei höchst motivierenden und unterstützenden Kollegen sind dennoch Kolleginnen wünschenswert, mit denen man Erfahrungen austauschen und die man in bestimmten Situationen um Rat fragen kann. Es erfordert schon einiges an Selbstvertrauen, um zu sagen: „Dann werde ich eben die erste Frau in dieser Position!“ Es braucht also einfach mehr IT-Kolleginnen und weibliche Vorbilder in Führungsrollen.

Und wie schaffen wir das?

Meines Erachtens ist das Wichtigste, dass die Frauen und Mädchen an sich selbst glauben. Beispielsweise meiden viele Mädchen in der Schule Informatik, weil sie denken, dass sie nicht schlau genug sind oder dann als unweiblich wahrgenommen werden. Damit hat man dann leider schon die meisten jungen Frauen verloren: Wenn sie keinen Kontakt mit dem Schulfach Informatik hatten, werden sie sich später kaum für ein Studium der Informatik oder Wirtschaftsinformatik entscheiden.

Es ist deshalb wichtig, schon junge Mädchen für das Thema zu begeistern und ihnen zu zeigen, wie viel Spaß IT macht und welche Karrieremöglichkeiten ihnen offenstehen. Hierzu zählen zum Beispiel auch die Karrierefelder Cyber Security, Analytics und Technologieberatung bei EY.

Möchtet ihr mehr weibliche Karriere-Vorbilder kennenlernen? Mit ihren Schwestern betreibt Ronja seit mehreren Jahren den Podcast und Blog „Here She Is“, wo sie sich mit inspirierenden Persönlichkeiten zu Gleichstellung, Diversität und Potenzialentfaltung austauscht.