Kleines Diversity-ABC – Prozesse besser gestalten

Im ersten Teil haben wir uns mit Denkmustern beschäftigt, die es zu überwinden gilt, um Vielfalt im Berufsalltag, besonders im Recruiting, zu leben. Dieses Mal möchte ich Euch zeigen, wie wir bei EY die Recruiting-Abläufe optimieren, um das Diversity Management zu erleichtern.

Entdeckt im Folgenden Gestaltungsmöglichkeiten für die Prozesse, damit Vielfalt nicht nur individuelle Einstellungssache bleibt und aus dem „Nadelöhr“ Recruiting ein „Diversity Highway“ wird.

A wie Anonymisierung erwägen:

Als Unternehmen die eingereichten Bewerbungsunterlagen zu anonymisieren, kann helfen, Vorurteile zu verhindern. Studien zeigen gemischte Erfahrungen, aber ein Pilotprojekt kann interessante Erkenntnisse für die eigene Recruiting-Praxis liefern.

Als Bewerberin oder Bewerber braucht Ihr Euch darum natürlich keine Gedanken zu machen. Präsentiert Euch einfach prägnant und nachvollziehbar: Warum passt Ihr mit Eurer Persönlichkeit, Euren Erfahrungen und Euren Fähigkeiten auf die Stelle?

D wie Direktansprache wählen:

Es ist wichtig, alle potenziellen Bewerberinnen und Bewerber zu erreichen und direkt anzusprechen. Daher sei es an dieser Stelle auch direkt gesagt: Wir freuen uns über Bewerbungen von Talenten mit den unterschiedlichsten Hintergründen. Soziale Aufsteigerinnen und Aufsteiger, Menschen mit Migrationshintergrund, mit verschiedensten Ausbildungen und mit Behinderung – Ihr seid bei EY herzlich willkommen!

P wie Personalverantwortliche sensibilisieren:

Die Diversity- und Inclusiveness-Anforderungen eines Unternehmens sollten allen Beteiligten klar kommuniziert werden. Das schließt auch Headhunter sowie Personalberaterinnen und -berater mit ein. Feste Vorgaben helfen den Personen, D&I im Alltag zu leben. Deshalb haben wir D&I fest in unserer Unternehmensstrategie und -kultur verankert.

S wie Standardisierung durchführen:

Die Standardisierung ist eine der wichtigsten Stellschrauben. Erst das strukturierte Sichten der Unterlagen und das Stellen einheitlicher Interviewfragen ermöglichen es, die Bewerbenden miteinander zu vergleichen.

Was Euch beim Vorstellungsgespräch erwartet und wie Ihr Euch bestmöglich darauf vorbereitet, lest ihr in unseren Interview-Tipps.

W wie Wortwahl beachten:

„Durchsetzungsstark“, „effizient“, „kompetitives Umfeld“ – das liest sich ganz anders als „verantwortungsvoll“, „strukturiert“ oder „eigeninitiativ“. Die Forschung belegt, dass die Wortwahl in Stellenanzeigen beeinflusst, wer sich bewirbt. Die letztgenannten Begriffe gehören zur genderneutralen Sprache, während die erstgenannten Ausdrücke vorwiegend Frauen an der Bewerbung hindern. Es geht hier nicht um Schönfärberei, sondern darum, die Tätigkeit in altersunabhängiger und geschlechtsneutraler Sprache treffend zu beschreiben. Gleiches gilt natürlich auch für die Wortwahl im Gespräch.

Umgekehrt solltet Ihr Euch als Bewerbende klar machen, dass nicht jedes einzelne Wort einer Stellenausschreibung auf die Goldwaage gehört. Behaltet das „Big Picture“ der Tätigkeit im Auge und lasst Euch nicht durch einzelne Formulierungen entmutigen.

Z wie Zertifizierungen wertschätzen:

Unternehmen sollten Haltung zeigen und diese mit Zertifikaten und Selbstverpflichtungen untermauern. So ist EY beispielsweise nicht nur im Vorstand des Vereins „Charta der Vielfalt“ zur Förderung der Diversität in Unternehmen, sondern gehört auch zum UnternehmensForum, einer branchenübergreifenden Initiative zur Inklusion von Mitarbeitenden mit Behinderung.

Vor Eurer Bewerbung könnt Ihr Euch auf der Karriere-Website erkundigen, wofür sich EY einsetzt und wofür es bereits ausgezeichnet wurde.

Wie Ihr in den beiden Teilen unseres Diversity-ABCs lesen konntet, gibt es nicht die eine Zauberformel oder Quick-Win-Maßnahme für Vielfalt im Unternehmen. Es braucht mehrere „Bias Interrupters“ und klug gestaltete Prozesse, um zu faireren, transparenteren und damit auch qualifizierteren Personalentscheidungen zu gelangen. Erfahrt hier mehr über Diversität bei EY. Wir freuen uns auf Eure vielfältigen Bewerbungen – denn Ihr wisst: Vielfalt ist bei uns weit mehr als individuelle Einstellungssache!

Eure Eva