Bewerbungshacks – das erfolgreiche Gespräch

In meinem letzten Beitrag habe ich euch Tipps zum Bewerbungsschreiben gegeben. Wenn ihr mit euren Unterlagen überzeugen konntet, dann bekommt ihr die Möglichkeit, uns persönlich kennenzulernen. Nutzt diese Möglichkeit, um euch von eurer besten Seite zu zeigen und um festzustellen, ob ihr den passenden Arbeitgeber ausgewählt habt.

Ich bin Wiebke und betreue als Recruiterin den Bewerbungsprozess bei EY. Im Jahr führe ich rund 200 Bewerbungsgespräche, und so kann ich euch wertvolle Tipps geben, was man tun und was man besser lassen sollte.

Euer Auftritt: gepflegt und angemessen

Wenn ihr mit euren Unterlagen überzeugt habt, möchten wir euch persönlich kennenlernen. Nutzt diese Möglichkeit, um euch von eurer besten Seite zu zeigen und um festzustellen, ob wir der passende Arbeitgeber für euch sind. Meldet euch 10 bis 15 Minuten vor dem Termin am Empfang an. Kommt in angemessener Kleidung zum Bewerbungsgespräch. Bei einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft sollte man anders auftreten als bei einer kreativen Marketingagentur. Wählt eine klassische Garderobe, in der ihr euch wohlfühlt und die eure Persönlichkeit optimal unterstreicht. Für Damen gibt es eine Faustformel, die besagt: „Beladen Sie ihr Äußeres nie mit mehr als neun sichtbaren Teilen!“ Ein Beispiel dafür wäre: 1 Jackett, 1 Rock, 1 Bluse, 1 Paar Schuhe, 1 Paar Strümpfe, 1 Armbanduhr, 1 Paar Ohrringe, 1 Ring, 1 Brille = 9 Teile. Männer sollten in erster Linie einen klassischen Anzug in Dunkelblau, Anthrazit oder Grau wählen. Schwarz wird erst nach 20 Uhr getragen, oder auf Beerdigungen.

Eure Außenwirkung: Der Ton macht die Musik

Achtet im Gespräch darauf, authentisch zu sein und keine Rolle zu spielen. Ein Unternehmen möchte wissen, mit wem es zu tun hat, und beide Seiten müssen feststellen können, ob sie gerne miteinander arbeiten möchten. Bedenkt, dass nur etwa 7 Prozent des Eindrucks, den ihr vermittelt, mithilfe der gesprochenen Worte transportiert wird, während 37 Prozent über die Intonation und 55 Prozent über die Körpersprache läuft. Achtet im Gespräch daher auch auf eure Stimme und die Körperhaltung. Zeigt euch im Gespräch aufgeschlossen und bringt dem Gesprächspartner Respekt und Wertschätzung entgegen. Hört ihm aktiv zu und greift seine Reaktionen auch in euren Antworten mit auf. Zeigt euch freundlich, denn häufig erweckt z. B. ein Lachen eine entsprechende Gegenreaktion und kreiert eine positive Interviewatmosphäre. Habt Vertrauen in eure fachlichen Fähigkeiten und in eure Person. Vermittelt, dass ihr überzeugt seid von dem, was ihr sagt, und unterstreicht eure Souveränität durch Gestik und Mimik.

Der Gesprächsinhalt: Bereitet euch thematisch vor und antwortet prägnant

Die häufigsten Fragen, die im Bewerbungsgespräch gestellt werden, sind zum Werdegang, zu den bisherigen praktischen Erfahrungen und eurer Persönlichkeit. Auf diese Themen könnt ihr euch vorbereiten, indem ihr z. B. übt, euren Werdegang chronologisch und nachvollziehbar darzustellen und in der Darstellung einen roten Faden erkennen lasst. Antwortet auf gestellte Fragen kurz und prägnant, ohne ausschweifend zu werden. Da das, was wir bei EY tun, im Wesentlichen auf Teamarbeit basiert, geht es für uns in erster Linie darum, euch als Menschen kennenzulernen und festzustellen, ob ihr gut in das Team passt. Nennt Beispiele von Situationen, die eure Rolle im Team gut widerspiegeln. Das Gespräch sollte euch auch helfen festzustellen, ob ihr bei uns ein für euch passendes Umfeld vorfindet. Bereitet daher Fragen vor, die euch helfen, das herauszufinden.

Die Gehaltsfrage: kein Tabu

Die Gehaltsfrage wird häufig am Ende des Gesprächs von den Unternehmensvertretern selbst gestellt. Ansonsten könnt ihr auch danach fragen. Es ist legitim und verständlich, dass ihr wissen wollt, zu welchen Konditionen ihr arbeiten würdet. Häufig wird die Frage auch zurückgespielt. Macht euch daher am besten vorher schon selbst Gedanken, zu welchen Konditionen ihr arbeiten möchtet und was in der Branche üblich ist, sodass ihr eure Vorstellungen nachvollziehbar begründen könnt.

Das Fazit

Nur wenn beide Seiten am Ende das Gefühl haben, das Passende gefunden zu haben, kann eine Zusammenarbeit funktionieren. Daher solltet ihr euch nicht verstellen und auch nicht traurig sein, wenn es mal nicht funktioniert hat. Am Ende werdet ihr die richtige Stelle für euch finden.

Falls ihr jetzt Lust bekommen habt, diese Tipps in der Praxis umzusetzen, dann geht auf unsere Karrierewebsite und bewerbt euch. Ich wünsche euch viel Erfolg dabei und freue mich darauf, euch kennenzulernen!

Eure Wiebke