Bewerbungshacks – schriftlich überzeugen

„Interessante Stelle, aber wie bewerbe ich mich darauf am besten?“ Das ist eine Frage, die sich viele Studierende zu Beginn ihrer Bewerbungsphase stellen. Um einen Bewerbungsprozess erfolgreich zu absolvieren, könnt ihr euch gut vorbereiten. Der erste Eindruck ist oft entscheidend. Wie ihr diesen ersten Eindruck optimal für euch nutzen könnt, lest ihr in meinen Bewerbungshacks.

Ich bin Wiebke und betreue als Recruiterin den Bewerbungsprozess bei EY. Im Jahr führe ich rund 200 Bewerbungsgespräche, und so kann ich euch wertvolle Tipps geben, was man tun und was man besser lassen sollte.

Alle Karrieren haben einen gemeinsamen Anfang: die erfolgreiche Bewerbung

Jede Karriere hat mal mit einer Bewerbung begonnen. Um eine erfolgreiche Bewerbung zu schreiben, solltet ihr nicht nur das Unternehmen gut kennen, sondern auch euch selbst. Bevor ihr euch bewerbt, solltet ihr euch überlegen, was euch als Person auszeichnet und wofür ihr steht. Fragt auch Freunde, Verwandte oder Arbeitskollegen, wie sie euch wahrnehmen und wofür sie euch schätzen. Auf diese Weise könnt ihr Fremd- und Selbsteinschätzung zu einem überzeugenden Bild vereinen und eure Stärken herausstellen. Überlegt euch auch, welchen Beitrag ihr für das Unternehmen leisten könnt, beispielsweise durch eine bestimmte Kompetenz oder einen speziellen Erfahrungsschatz.

Das Anschreiben

Die Einleitung überzeugt den Recruiter bereits mit dem ersten Satz.

„Hiermit bewerbe ich mich auf die Stelle als …“ ist wahrscheinlich der Satz, den ein Recruiter in seiner Laufbahn am häufigsten liest. Doch gerade mit dem ersten Satz könnt ihr es schaffen, die Aufmerksamkeit des Recruiters zu gewinnen und euch von der Masse abzuheben. Ihr seid für ein Unternehmen besonders interessant, wenn ihr über Fähigkeiten und Kenntnisse verfügt, die dieses Unternehmen aktuell benötigt. Stellt daher zu Beginn eures Anschreibens einen Zusammenhang her zwischen euren Fähigkeiten und dem Unternehmen. Wählt einen Einstieg, der originell ist. Das kann z. B. ein Cliffhanger sein, der etwa lautet: „Sie möchten lesen, wie ich als Praktikant in der Firma X mein Kundenprojekt in einer kritischen Phase doch noch zum Erfolg gelenkt habe? In meiner angehängten Projektliste erfahren Sie die einzelnen Schritte.“

Der Hauptteil schafft aussagekräftigen Inhalt.

Nachdem ihr mit dem ersten Satz überrascht und Neugierde geweckt habt, solltet ihr Spannung im Hauptteil des Anschreibens aufrechterhalten. Bei einem Satz wie „Ich bin zielstrebig und teamfähig…“ zählen Recruiter nur die Tage bis zur Rente. Es geht darum, den Hauptteil aussagekräftig zu gestalten – die Inhalte müssen relevant sein. Stellt heraus, was euch von anderen unterscheidet und untermalt diese Einzigartigkeit mit Beispielen. Nehmt Bezug darauf, warum ihr diesen Job machen wollt. Bleibt dabei authentisch. Formulierungen wie „Schon mein ganzes Leben lang habe ich davon geträumt, Wirtschaftsprüfer bei EY zu werden“ vergrößern eure Chancen sicherlich nicht. Macht deutlich, dass ihr euch mit dem Berufsbild auseinandergesetzt habt und den Job aus Überzeugung ausgewählt habt. Verzichtet dabei auf Verben wie „meinen, hoffen, glauben“ in Sätzen wie „Ich glaube, den Anforderungen gerecht werden zu können.“ Wieso sollten wir einen Bewerber zum Interview einladen, dessen Formulierungen Selbstzweifel an seinen Fähigkeiten zum Ausdruck bringen? Fasst eure Kernbotschaften am Ende des Anschreibens nochmal kurz und prägnant zusammen. Was soll dem Leser auf jeden Fall im Gedächtnis bleiben?

Der Abschluss bleibt in Erinnerung und weckt Emotionen.

Nennt am Schluss euren frühestmöglichen Eintrittstermin und verabschiedet euch mit Worten, die neugierig machen, wie z. B. „Ich freue mich darauf, Sie persönlich kennenzulernen und mit Ihnen die Möglichkeiten der Digitalisierung für die Wirtschaftsprüfung zu diskutieren.“ Ihr könnt den Abschluss auch nutzen, um mit bestimmten Begriffen Emotionen zu wecken. Das können Worte wie beispielsweise „Familie“ sein. Euer letzter Satz könnte dementsprechend lauten: „Ich freue mich, ein Teil der EY-Familie zu werden.“

Der Lebenslauf

Die Struktur ist übersichtlich und ansprechend.

Der Recruiter muss euren Werdegang schnell erfassen können. Am besten eignet sich dafür der tabellarische Lebenslauf, also eine reine Faktensammlung – links stehen die Zeitangaben und rechts die Stationen und Positionen. Strukturiert ihn chronologisch in die Kategorien persönliche Daten, Berufserfahrung, Ausbildung und sonstige Qualifikationen. Nehmt auch gerne eure Hobbys und Interessen mit auf. Sie liefern häufig einen netten Aufhänger für den Small Talk im Bewerbungsgespräch. Wenn ihr eurem Lebenslauf Individualität im Layout und Design verleihen wollt, könnt ihr z. B. grafische Elemente wählen. Setzt diese jedoch sparsam ein – die Qualifikationen sollten weiterhin zentral bleiben.

Das Bewerbungsfoto ist kein Muss, aber gern gesehen.

Seit dem Inkrafttreten des AGG, des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzeskann das Bewerbungsfoto auch weggelassen werden. Ihr müsst also kein Bewerbungsfoto verwenden. Trotzdem schafft ein solches Foto eine persönliche Bindung und macht es dem Leser leichter, sich im wahren Wortsinn ein Bild vom Bewerber zu machen. Wählt ein Porträtfoto vor einem neutralen Hintergrund und platziert es oben links oder rechts auf dem Lebenslauf. Das Foto sollte euch im Halbporträt zeigen – und mit einem Lächeln!

Startet jetzt eure Karriere bei EY

Falls ihr jetzt Lust bekommen habt, diese Tipps in der Praxis umzusetzen, dann geht auf unsere Karrierewebsite und bewerbt euch. In meinem nächsten Beitrag verrate ich euch, wie ihr das Bewerbungsgespräch erfolgreich meistert.

Eure Wiebke