Mit EY in fernen Ländern arbeiten

Susanna Gross, Managerin in der Wirtschaftsprüfung, hat den Traum gelebt, den viele von uns haben: einmal in New York City zu leben. Seit einem Jahr ist sie nun zurück. Welche Erfahrungen sie während ihrer Zeit in der Stadt, die niemals schläft, gemacht hat, welchen Herausforderungen sie sich stellen musste und wie das Leben in einer Metropole wie New York ist, erzählt sie euch hier.

Du warst fast drei Jahre in New York. Wie kam es dazu?

Die ausgeschriebene Stelle im German Business Network (GBN NY) hatte das Leadership kommuniziert. Ich wurde gefragt, ob ich Interesse hätte. Bei Interesse würde ich für die Stelle nominiert werden. So war es dann auch. Anschließend startete der interne Bewerbungsprozess mit der Übermittlung meines Lebenslaufs und mehreren Bewerbungstelefonaten mit dem Team vor Ort.

Gibt es Unterschiede bei der Zusammenarbeit in einem amerikanischen Team im Vergleich zu Österreich?

Bei der Prüfung selber bzw. methodisch gibt es nur geringe Unterschiede. Es gibt vereinzelt länderspezifische Anforderungen, die von unserer Methode in Österreich etwas abweichen. Aber im Großen und Ganzen wird die global einheitliche Prüfmethodik umgesetzt.

IMG_2658.jpgHinsichtlich der Arbeitsweise, effizienten Gestaltung des Arbeitsalltags und Ablauf von Meetings vermag ich das nicht zu beurteilen. Zwischen Klienten und Prüfern konnte ich – zumindest bei den von mir geprüften Unternehmen – ebenfalls eine andere Dynamik feststellen. Der Prüfer in den USA hat einen anderen Stellenwert, was im Wesentlichen am strengeren regulatorischen Umfeld liegt.

Auch die Selbstreflexion der Klienten ist anders. „Fehler“ werden von den Klienten vor Ort rasch akzeptiert, und es herrscht ein großes Bedürfnis, festgestellte Schwachstellen in Prozessen zu verbessern und sich somit laufend zu optimieren. Zusätzlich merkt man bei den Klienten ein typisch amerikanisch, lockeres Auftreten – auch auf Management-Ebene. Dennoch bleibt dabei alles sehr professionell.

Was gehörte zu deinen Aufgaben?

Die Prüfung von Berichtspaketen nach IFRS, die in Konzernabschlüsse deutscher, Schweizer oder österreichischer Konzerne einfließen. Dazu die klassische Jahresabschlussprüfung, jedoch wenig Prüfung von statutarischen Abschlüssen nach US GAAP. Meine Tätigkeiten haben sich von denen in Österreich nicht stark unterschieden.

Wie hast du deine Freizeit gestaltet? Hast du schnell Anschluss gefunden?

Im Job habe ich recht schnell und einfach Anschluss gefunden. Unser Team war sehr cool. Privat hat es doch einige Zeit und Anstrengungen gebraucht, um ein starkes soziales Netzwerk aufzubauen. Immerhin musste ich von Anfang an beginnen und mir neue Freunde suchen.img_0075.jpg

Zuhause hat man seinen bestehenden Freundeskreis, Leute die man noch von der Schulzeit, Uni etc. kennt. Im Ausland kennt man erstmal niemanden – und man kann auch nicht mal „schnell“ nach Hause fliegen.

Aber gerade in dieser Zeit habe ich viel über mich gelernt und mich weiterentwickelt. In meiner Freizeit war ich viel auf Reisen – sowohl alleine als auch später mit Freunden. Unter der Woche war ich dann oft mit Freunden unterwegs bei Afterwork Drinks in Clubs oder Bars. Auch diverse kulturelle Angebote habe ich genutzt – New York bietet hier ein unglaubliches Spektrum an Freizeitmöglichkeiten. Viel Sport stand ebenfalls auf der Agenda.

Würdest du wieder nach New York gehen?

Sofort.

Wie war es für dich, nach dieser langen Zeit wieder nach Österreich zurück zu kommen?

IMG_2662.jpgSchwierig. Nach drei Jahren hat man sich doch an einen gewissen – neuen – Lebensstandard und eine neue Routine gewöhnt. Auch sich von dem gewonnenen Freundeskreis zu verabschieden, war sehr hart. Einerseits kommt man in die „gewohnte“ und sichere Umgebung zurück und freut sich. Andererseits vermisst man das „andere“ Leben auch.

Welchen Tipp hast du an jüngere KollegInnen, die den gleichen Wunsch haben?

Ganz wichtig: Wenn sich die Möglichkeit ergibt, ins Ausland zu gehen, nicht lange überlegen. Auch nicht zu sehr nach Gründen suchen, warum man diesen Schritt nicht tun sollte. Denn die wird es immer geben – privat oder beruflich.

Aber die Erfahrungen, die man gewinnt, sind unglaublich und kann einem keiner mehr nehmen. Und wenn man sich im Ausland doch nicht wohlfühlt, gibt es jederzeit die Möglichkeit, wieder zurück zu gehen. Die Welt geht davon nicht unter.

Ich hoffe, ich konnte Euch mit meiner Geschichte begeistern und Euch dazu ermutigen, selbst diese unglaubliche Erfahrung zu machen.