Kind und Karriere – das passt zusammen!

Kinder oder Karriere? Diese Frage sollte sich heute niemand mehr stellen müssen, findet die Wirtschaftsjournalistin Stefanie Bilen. In ihrem Buch „Mut zu Kindern und Karriere“ erzählen 40 Working Moms – von der Geschäftsführerin bis zur Start-up-Gründerin –, wie sie es schaffen, ihren Beruf und ihr Familienleben in Einklang zu bringen.

Auf ihrer Lesereise machte Stefanie Bilen Halt bei EY, um mit interessierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie Mitgliedern des Working Moms e.V., dem Herausgeber des Buches, zu diskutieren. Für uns die perfekte Gelegenheit für ein Interview mit ihr.

Kind oder Karriere: Müssen sich Frauen heute immer noch entscheiden?

Stefanie Bilen: Alles im Leben ist ja eine Entscheidung. Karriere passiert selten einfach so, sondern erfordert Einsatz und Engagement. Will man das mit Kindern vereinbaren, gilt das umso mehr. Aber es ist nicht unmöglich. Das zeigen immer mehr Frauen – genauso wie übrigens Männer, die sich heute stärker als früher in die Kinderbetreuung und -erziehung einbringen.

Weshalb ist das Thema für Sie persönlich eine Herzensangelegenheit?

Stefanie Bilen: Zuletzt wurde sehr viel darüber berichtet, warum es so schwierig ist, Beruf beziehungsweise Karriere und Familie in Einklang zu bringen. Inzwischen gibt es sogar einen Trend, nach dem sich gut ausgebildete Frauen ganz aus dem Erwerbsleben zurückziehen, wenn sie eine Familie gründen.

Andererseits meinen viele Frauen, auf Kinder verzichten zu müssen, wenn sie im Beruf etwas erreichen wollen. Ich finde das schade, denn für mich gehören Kinder zum Leben dazu. Genauso wie eine Arbeit, die mich ernährt und die ich als sinnstiftend empfinde.

Welche Möglichkeiten für die Vereinbarkeit von Kind und Karriere gibt es für (alleinerziehende) Mütter und Väter?

Stefanie Bilen: Es gibt kein Patentrezept. Jedes Kind ist unterschiedlich. Verschiedene Berufe bringen unterschiedliche Anforderungen, Arbeitszeiten etc. mit sich. Eltern brauchen eine gewisse Flexibilität, um beides unter einen Hut zu bekommen.

Eine Präsenzkultur ist dabei eher hinderlich. Flexible Arbeitszeiten und Homeoffice beziehungsweise Arbeiten von verschiedenen Orten aus helfen enorm, um beides unter einen Hut zu bekommen.

Haben Sie den Eindruck, dass eine moderne Aufgabenteilung zwischen Mann und Frau heute schon Realität ist?

Stefanie Bilen: Es gibt noch Luft nach oben… (lacht). Daran sind aber nicht nur die Männer schuld, sondern auch die Frauen. „Make your partner a real partner“ hat Sheryl Sandberg so schön in ihrem Buch „Lean In“ geschrieben. Beide Familienoberhäupter sollten gemeinsam Verantwortung übernehmen – auch für die banalen Arbeiten im Haushalt oder die „Beziehungspflege“ zu Erzieherinnen, Lehrern etc.

Funktionieren Teilzeitlösungen für Führungskräfte mit Kind Ihrer Erfahrung nach? Oder sind Überstunden unvermeidlich?

Stefanie Bilen: Sie funktionieren. In jeder anspruchsvollen Position fallen wohl Überstunden an. Davon sind Teilzeitkräfte nicht ausgenommen. Deshalb ist es wichtig, dass Mütter – oder Väter – ihre Kinderbetreuung so organisieren, dass sie ein wenig Luft haben und nicht gleich das ganze System zusammenbricht, wenn sie eine halbe Stunde später aus dem Büro kommen. Und: Wer bereit ist, Überstunden zu machen, sollte auch die Freiheit haben, an anderer Stelle früher zu gehen, um etwa bei der Schulaufführung des Kindes dabei zu sein.

Ihr möchtet wissen, was EY konkret für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie tut? Dann schreibt mir gerne hier in unserem Blog. Ich freue mich auf Eure Kommentare.

Eure Marisa

 


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