Vereinbarkeit von Familie & Beruf – kEYn Problem?

Wie meistere ich den Spagat zwischen Familie und Beruf? Diese Frage beantwortete Christian Buechler, Senior Manager im Bereich Risk & IT bei EY, vor fünf Jahren im Praxistest.

Er nahm jeweils neun Monate Elternzeit und reduzierte anschließend seine Arbeitszeit auf eine Drei-Tage-Woche. So konnte er eine aktive Rolle bei der Erziehung seiner beiden Töchter Lilly und Emma übernehmen.

Seine Frau ist Finanzchefin der deutschen Tochter eines US-Konzerns. Gemeinsam entschieden sie sich, die Verantwortung für die Betreuung ihrer Töchter zu teilen.

Christian ist überzeugt, dass viele Unternehmen begonnen haben umzudenken und damit den flexiblen Arbeitszeitmodellen die Zukunft gehört.

Christians Geschichte hat mich neugierig gemacht. Ich wollte wissen, wie ein solches Teilzeitmodell im Alltag aussieht.

Wie haben Deine Kollegen reagiert, als Du Deine Stundenzahl reduziert hast?

Schon als ich erstmals die Idee eines Teilzeitmodells mit meinem Counselor/Mentor und meinen Kollegen diskutierte, erhielt ich von allen große Unterstützung. Auch meine Mandanten standen meiner Idee sehr positiv gegenüber, kannten sie doch den Sachverhalt auch aus ihrem eigenen Unternehmen.

Die flexiblen Arbeitszeitmodelle, die wir bei EY im Rahmen unseres WorkSmart-Programms festgelegt haben, sind gut geeignet, um Familien- und Berufsleben miteinander zu vereinbaren.

Und wie schaffst Du den Spagat zwischen Familie und Beruf?

Es ist natürlich nicht immer leicht, allen Anforderungen gerecht zu werden. Mal sind es die Töchter, wenn sie beispielsweise mit den typischen Kinderkrankheiten die ganze Aufmerksamkeit benötigen. Mal ist es der Mandant, der etwas dringend erledigt haben möchte.

Gute Organisation, zeitnahe Kommunikation und ein eingespieltes Team sind die Grundvoraussetzung, um die richtige Balance zwischen Familie und Karriere zu finden.

Und auch das Wörtchen „Nein“ spielt dabei eine große Rolle, um die Prioritäten richtig zu setzen.

Du bist ja auch Projektleiter – wie vereinbarst Du diese zusätzliche Verantwortung mit Deiner Teilzeitstelle?

Als Projektleiter bin ich natürlich abhängig von meinem Team beim Mandanten vor Ort. Dies betrifft aber die Kollegen, die Vollzeit arbeiten, genauso.

Auch sie sind in der Regel nicht die ganze Woche vor Ort, sondern nur an zwei bis drei Tagen. Für das Projekt sind sie so gesehen auch nur in Teilzeit tätig.

Mit einem eingespielten Team ist die Wahrnehmung der Projektleitung in Teilzeit kein Problem.

 

Welche Tipps würdest Du anderen geben, die ihr Arbeits- und Privatleben besser miteinander vereinbaren möchten?

Ich würde ihnen raten, die Dinge selbst in die Hand zu nehmen. Seid proaktiv, geht gut vorbereitet auf Eure Vorgesetzten zu und diskutiert mit Ihnen die unterschiedlichsten Arbeitszeitmodelle, die eine Vereinbarung von Familie und Karriere ermöglichen.

Wartet nicht, bis jemand auf Euch zukommt, sondern ergreift die Initiative. Nur Mut – meistens stehen mehr Türen offen, als man zunächst erwartet.

Meine letzte Frage: Ohne welche drei Dinge wärst Du in Deinem Job aufgeschmissen?

Als Unternehmensberater ohne Laptop funktioniert es nicht. Dazu kommen ein stets gut gepflegter Familienkalender, um den Überblick zu behalten, und ein guter Thriller zum Entspannen auf Dienstreisen.

Vielen Dank für das Interview, lieber Christian!

Falls Ihr noch Fragen an Christian habt, dann wie immer gerne her damit.

Eure Marisa


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