Von Lampenfieber und rotem Faden – erfolgreich präsentieren

Ja, diese Menschen gibt es: Sie stehen gern im Rampenlicht und begeistern die Zuhörer mit ihrer Ausstrahlung und Eloquenz. Da wird der Inhalt ihrer Rede oder Präsentation schnell zur Nebensache.

Für alle anderen gilt: Eine gute Vorbereitung ist die halbe Miete. Bei meiner Tätigkeit in der Advisory ist das Präsentieren von Arbeitsergebnissen besonders wichtig. Über die Jahre habe ich mir einige Tricks zurechtgelegt, die mir dabei helfen – hier kommen meine EY-Tipps für gelungene (Powerpoint)-Präsentationen.

Struktur: Legt Euch eine Struktur zurecht. Selbst wenn sie schlicht „Einleitung, Hauptteil, Schluss“ lautet. Idealerweise definiert ihr auch einen roten Faden.

Struktur und Faden greifen ineinander. Ein Beispiel: Ihr stellt zu Euren Themen fünf Thesen auf, die Ihr anschließend nacheinander belegt. Achtet bei gemeinsamen Präsentationen darauf, dass der rote Faden nicht verloren geht und die Teilpräsentationen gut verzahnt sind. Überlegt Euch immer, was die Zuhörer durch Eure Präsentation erfahren sollen.

Dramaturgie: Vielleicht kennt Ihr solche Vorlesungen oder Vorträge: Sie starten mit Römisch I. und enden mit Römisch X. Dazwischen werden vollkommen humorlos alle Ziffern abgearbeitet. Bei Römisch III denkt Ihr ans Mittagessen, bei Römisch V kreuzt der Kinobesuch vom Vorabend Eure Gedanken und bei Römisch VIII nickt Ihr dankbar ein.

Mit einer guten Dramaturgie beugt Ihr dem als Vortragender vor. Steigt zum Beispiel mit einer spannenden These ein, baut immer wieder aufmerksamkeitsstarke Bilder ein oder überlegt Euch einen Spannungsbogen, der die Zuhörer in den Bann zieht, weil sie wissen wollen, wie das endet.

Apropos Ende: Die übliche Zusammenfassung ist kein Muss. Ein Ausblick oder eine Frage, die zum Nachdenken anregt, schafft ein kleines Highlight zum Schluss.

Inhalt: Nicht die Charts halten den Vortrag, sondern Ihr. Schreibt (nur) die zentralen Aussagen in Stichworten auf die Folien und erläutert sie mündlich. Haltet Euch beim gestalten der Chart an das Prinzip „KISS“: keep it short and simple. Habt Ihr ein ausführliches Handout, dann verteilt dieses erst nach dem Vortrag – sonst hört Euch niemand mehr zu.

Vortragen: Klar ist, dass Ihr frei sprechen solltet. Dabei helfen Euch Karten und der Notizbereich der Charts.

Auch Füllwörter wie „äh“ oder „halt“ gilt es zu vermeiden. Diese Füllwörter reduziert Ihr, wenn Ihr ab und zu eine Sprechpause anstelle des Füllwortes macht.

Grundsätzlich solltet Ihr Euren Zuhörern die Chance geben, Gesagtes aufzunehmen. Dies gelingt ihnen besser, wenn Ihr nicht direkt mit dem nächsten Input in Form eines Gedankens oder neuen Chart um die Ecke schießt.

Schrift und Layout: Seid sparsam mit knalligen Farben sowie Sound- und Überblendeffekten. Wählt eine leicht lesbare Schriftart (beispielsweise Arial oder Verdana), die sich deutlich vom Hintergrund abhebt.

Achtet bei der Wahl der Schriftgröße darauf, wie weit Eure Zuhörer entfernt sitzen. Faustregel: Wählt mindestens eine 24-pt-Schriftgröße. Und setzt möglichst viele Grafiken und Bilder ein. Diese Form der Darstellung unterstützt Euren verbalen Vortrag optimal.

Körpersprache: Verschränkte Arme, Blick auf den Boden, ständiges Haare zurückstreichen – mit unserer Körpersprache sagen wir oft mehr, als uns lieb ist.

Deswegen auch hierzu ein paar wichtige Tipps: Kontrolliert Eure Hand- und Armbewegungen. Nutzt sie für Gesten, die Eure Aussagen unterstreichen.

Behaltet immer Blickkontakt zum Publikum. Verändert ab und zu Euren Standort. Agiert ruhig und langsam. Vermeidet hektische Bewegungen, verschränkt die Arme nicht vor der Brust und steckt die Hände nicht in die Hosentasche.

Lampenfieber: Auch wenn Ihr es sicherlich schon einmal gehört habt: Das beste Mittel gegen Lampenfieber ist eine gute Vorbereitung.

Wir haben alle unsere Eigenarten. Diese treten oft auch bei Präsentationen zutage. Selbst die besten Freunde sagen einem das oft nicht offen. Außer, ihr fragt sie.

Präsentiert Euren Vortrag doch einfach zur Probe einem Freund. So könnt Ihr Verhaltensweisen vermeiden, die in Präsentation nicht gut ankommen, wie bspw. keinen Blickkontakt zu suchen, ständig „Äh“ zu sagen, viel zu lange Sprechpausen zu machen und vieles mehr. Es lohnt sich.

Mein persönlicher Tipp: Lasst das Lampenfieber etwas zu, denn es schärft Eure Sinne und Aufmerksamkeit.

Wer sich traut, der kann sogar im Vortrag kurz einbauen, dass er etwas aufgeregt ist. Diese Aussage wirkt sympathisch, denn schließlich sind wir alles keine Vortragsmaschinen, sondern Menschen.

Ein weiterer Trick ist, bewusst Zwischenfragen an das Publikum zu stellen. Damit verteilt sich die Aufmerksamkeit der Zuhörer im Raum, und nicht alle starren nur Euch an.

Nutzt diese Zwischenfragen auch, um Euch auf Euch selbst zu konzentrieren.

Technik: Die Technik hat schon manche Präsentation verhagelt. Führt eine Checkliste über alle Dinge, die ihr braucht, also Beamer, Kabel, Adapter etc.

Probiert die Geräte unbedingt vorher aus – vor allem, wenn ein Teil der Ausstattung wie zum Beispiel der Beamer nicht Euch gehört. Plant dafür ausreichend Zeit und gegebenenfalls Unterstützung ein.

Und das Wichtigste zum Schluss: Lasst Eure Persönlichkeit im Vortrag zu. Seid Ihr eher aufgedreht und humorvoll, dann versucht, Euch nicht im Vortrag als zu seriös und ernst zu verkaufen. Bleibt immer authentisch – auch oder gerade im Berufsleben.

So, das waren einige Tipps von mir. Ich hoffe, sie helfen Euch.

Über Euer Feedback freue ich mich. Falls Ihr ein paar lustige Anekdoten oder kleine Vortragskatastrophen auf Lager habt – ich bin schon sehr gespannt.

Euer Mario


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