Kinder und Karriere – wie Superfrauen den Spagat schaffen

Ana-Cristina GrohnertAna-Cristina Grohnert ist Mitglied der Geschäftsführung bei EY, Partnerin im Bereich FSO Transaction Advisory Services und zugleich Talent Leader GSA (Germany, Switzerland, Austria).

Wie sie den Spagat zwischen Kindern und Karriere schafft, hat sie eindrucksvoll Anfang März in der ZDF-Reportage 37° Grad gezeigt. Das Thema: hochspannend und brandaktuell!

Frauen in Führungspositionen berichteten davon, wie sie den oft schwierigen Balanceakt zwischen Familie und Beruf bewältigen. Es gab persönliche Momente, beeindruckende Bilder aus ihrem Arbeitsalltag und das ganz normale Leben zu sehen.

Wir haben unsere Facebook-Leser gebeten, uns Fragen, die sie gerne an Ana-Cristina Grohnert stellen würden, zuzusenden. Die interessantesten davon habe ich ihr – natürlich ganz im Sinne der ZDF Reportage zwischen zwei Terminen und immer mit einem flüchtigen Blick auf die Uhr – gestellt.

Liebe Frau Grohnert, würden Sie im Nachhinein sagen, dass der Zeitpunkt für Kinder in Ihrer Karriere der richtige war?

Ja, absolut! Wenn ich noch einmal vor der Wahl stünde, würde ich es wieder so machen.

Ihre Kinder sind ja schon recht groß. War die Vereinbarung von Karriere und Kindern auch in der Vergangenheit so einfach? Wie lange sind Sie nach der Geburt der Kinder zu Hause geblieben?

Ich war nach der Geburt – von allen drei Kindern – zwischen vier Monaten und einem Jahr zu Hause. Unser Leben wurde sehr viel schöner und verantwortungsvoller durch unsere Kinder. Die Vereinbarung von Beruf und Familie habe ich dabei immer als Herausforderung empfunden. Wir haben uns sehr genau überlegt, wer wann bei unseren Kindern ist und wer zu welchem Termin beruflichen Verpflichtungen nachgehen kann.

Die Familie zu Waldeck, die auch in der Reportage zu sehen war, investiert fast ein komplettes Nettogehalt eines Verdieners in die Betreuung der Kinder. Welches Modell der Kinderbetreuung haben Sie und Ihr Mann in der Vergangenheit gewählt?

Wir haben uns frühzeitig mit der Suche nach einer geeigneten Unterstützung für Kinder und Haushalt beschäftigt. Uns war – und ist weiterhin wichtig – immer individuell auf die jeweiligen Lebenssituationen wie z.B. Schulwechsel o.ä. in der Betreuungssituation reagieren zu können. Also hatten wir durch Kindermädchen und Familie immer eine Unterstützung im Haus.

Ana-Cristina Grohnert und ihr Ehemann
Ana-Cristina Grohnert und ihr Ehemann

Wie kommen Ihre Kinder damit zurecht, dass beide Elternteile voll bei der Arbeit eingespannt sind?

Sie sind damit aufgewachsen und deshalb – würde ich sagen – ist das unser Lebensmodell. Es gibt immer Momente, in denen man sich wünscht, dass Papa oder Mama auch dabei wären – aber das geht leider nicht immer. Dafür sind die Momente toll, in denen wir alle zusammen sind – und das kommt zum Glück sehr häufig vor.

Schalten Sie Ihr Smartphone jemals aus bzw. gibt es eine Zeit, in der Sie für Ihre Kinder oder Ihren Beruf nicht erreichbar bist?

Grundsätzlich versuche ich, stets für meine Mandanten und Kinder erreichbar zu sein. Das klappt aber nicht immer. Bei einem wichtigen geschäftlichen Termin bin ich privat nicht zu erreichen. Andersherum ist bei manchen privaten Anlässen oder Situationen das Smartphone aus und die Arbeit muss warten.

Möchten Ihre Kinder auch mal Karriere machen wie ihre Eltern? Sehen Ihre Kinder Sie als ihr Vorbild an?

Unsere Kinder haben ganz unterschiedliche Vorstellungen. Es gibt bei keinem jetzt schon eine klare Karriereplanung oder Zielsetzung. Ich finde es wichtig, dass sie die Zeit richtig nutzen, um Erfahrungen zu sammeln und ihre Talente zu entdecken, zu entwickeln und zu entfalten. Mein Mann und ich bieten ihnen den entsprechenden Rahmen dafür und geben dabei zugleich Halt und Orientierung wie z.B. bei dem Jüngsten in der Runde – er ist derzeit für ein Schuljahr in den USA.

Was tun Sie bei EY, um es Frauen mit Kindern leichter zu machen?

Wir haben bei EY viele unterschiedliche Initiativen ins Leben gerufen, für die ich mich in meiner jetzigen Rolle auch verantwortlich zeige. Von der Kinderbetreuung über Home-Office-Möglichkeiten, Unterstützung bei der Suche nach einem Au pair bis hin zu Kita-Plätzen – für jede Herausforderung gibt es eine Lösung. Und wenn nicht, finden wir eine. Dabei ist es wichtig, keine pauschale Lösung anzubieten, sondern stets individuell mit der Familie bzw. der Person zu besprechen, was in dem jeweiligen Fall die beste und praktikabelste Variante wäre. Für ein paar Kolleginnen in meinem Team heißt diese Teilzeitarbeit, um die Kinder rechtzeitig aus der Kita abzuholen und ausreichend Zeit mit ihnen verbringen zu können.

Vielen Dank – auch im Namen unserer Leser – für Ihre Antworten und die interessanten Einblicke! Ich hoffe, dass das Interview vor allem für unsere weiblichen Leser aufschlussreich und inspirierend war.

Wenn euch genauer interessiert, wie es bei EY mit der Vereinbarkeit von Beruf und Familie aussieht, scheut euch nicht, Fragen an mich zu stellen. Ich beantworte euch sehr gerne alles, was Ihr dazu wissen möchtet.

Eure Dana

 

 

 


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